Bornholm April 2019

Das Troutwerk-Team on Tour:

Schon im letzten Jahr hatten wir diese Reise angedacht, aber wie das immer so ist, hat es eine Zeit gedauert alle zu einem Termin unter einen Hut zu bekommen,  so wurde es halt erst 2019 etwas damit…

Und ja, es kam wie es kommen musste, schief gelaufen ist kurz vorher auch etwas, so musste unser Andreas kurz vorher absagen, einer familiären Angelegenheit musst er den Vorrang einräumen. So bestand unsere Reisegruppe nur noch aus 5 Personen und die Fahrzeuge mussten kurzfristig umdisponiert werden.

Kaum jemand von uns kannte die Spot der Insel wirklich, so waren wir alle sehr gespannt und voller Erwartungen zu diesem Angelurlaub. Jeder begeisterte Meerforellenangler hat schon viele positive Dinge über diese Insel gelesen, oder auf YouTube verfolgt, Life vor Ort ist es aber immer eine ganz andere Sache.

Die Insel ist riesig. Auch schlug das Wetter während unserer Anwesenheit ordentlich Kapriolen, von Nachtfrost bis strahlendem Sonnenschein währen einiger Tage – fast Flauten bis über 7 Windstärken und JEDEN Tag sich drehendem Wind, wurde uns alles geboten. Eine “Alte Welle” war also nicht zu finden – wir trafen täglich eine völlig andere Wetter – Situation vor. So wie es sich vor Ort herausstellte, waren wir einfach schon zu spät im Jahr dort unterwegs, aber dazu später mehr.

Die Anfahrt verlief genau nach Plan, pünktlich erreichten wir Sassnitz auf Rügen, der Check-In auf der Fähre war völlig unproblematisch und schon bald konnten wir uns auf dem Sonnendeck der Fähre umsehen und die Kreidefelsen Rügens hinter uns lassen.

Die See war während der Anfahrt sehr ruhig, bestimmte “Befürchtungen” für den Einen oder Anderen blieben gottlob  aus… gut so. Bei diesem ruhigen Fahrwasser hat die Überfahrt kaum mehr als 3,5 Stunden gedauert, wir legten daher genau im Zeitplan auf  Rønne an. Da Benni ja unbedingt eine Sonnenbrille an der Passkontrolle auf haben musste, wurden wir von ca. 100 Autos so ziemlich als einziges Fahrzeug kontrolliert, so ist das dann halt 😉

Der weg zum Ferienhaus war kurz, dort angekommen haben wir uns umgesehen, alles ausgepackt und erst mal die Zimmer aufgeteilt, dann gab es einen kleinen Snack…

Novasol hatte nicht gelogen, wir waren rundum zufrieden mit unserem Ferienhaus (ca. 100m zum Süd-Strand) und fühlten uns dort auf Anhieb sehr wohl. Die wichtigsten Grundlagen der Angelwoche stimmten also schon mal…

 

 

Am ersten Angeltag (Sonntag) begrüsste uns aber gleich mal eine ordentlich Schüppe Ostwind auf der Insel und wir versuchten es im Nordwesten, auch hierzu ein paar Eindrücke:

Wir durchquerten im Laufe der Woche – getrieben von ständig wechselnden Winden – und umrundeten dabei die Insel mehrfach, immer auf der Suche nach geeigneten Stellen und fanden diese auch, denn es ist nicht nur der Wind der auf Bornholm zu schaffen macht, viele Spot waren aufgrund der Beschaffenheit fast nicht zu bewaten, oder nur mit hohem Risiko. Wenn man unbedingt eine “Watklasse 10” erfinden möchte, so findet man an mancher Stelle eher eine 12 vor.

Fast die gesamte Insel ist von reinen Felsenstränden umgeben, dabei wechseln riesige, stark mit schmierigen Algen bewachsene Steinplatten mit Geröllabschnitten dazwischen, um dann wieder zu besonders großen Felsen über zu gehen. Wenn Gemsen schwimmen könnten, würden diese dort sicher sehr glücklich.

Teilweise sind zwischen den Platten  große, tiefe Spalten, in denen gern auch einmal eine komplette Beinlänge Platz findet. 3 von uns haben im Laufe der Woche so ihre ganz spezielle Erfahrung damit gemacht. Ohne Watstock geht da fast nichts, oder man liebt das besondere Risiko.

Es gibt auch einige, wenige Sandstrände und Riffe auf Bornholm die ein klein wenig an unsere Küsten erinnerten, aber diese waren zumeist aufgrund der Wind/Wellenverhältnisse leider nicht zu beangeln – oder wir entschieden uns dagegen.

Zu den Wellenverhältnissen kann man sagen das selbst an Stellen der windabgewandten Seite der Insel trotzdem eine gute Welle vorhanden war, wir waren fast an jedem Strand unserer Wahl daher sehr zuversichtlich. Tatsächlich kam es aber dann doch fast immer anders.

Die Tage waren ansträngend, an einigen Tagen waren wir ganztägig unterwegs und mussten bis zu drei verschiedene Spot anfahren um überhaupt Angeln zu können. An anderen Tagen war es einfacher…aber die Bisse blieben leider aus. Insgesamt haben wir – unerwartet – sehr wenig Fisch im Kescher gesehen, dies kann man anders einfach nicht sagen. An unseren eigenen Küsten hätten wir sicher ein Vielfaches gefangen. So traten tatsächlich lediglich 2 Meerforellen und einige Hornhechte die Heimreise mit uns an.

Wir haben einige gute Fische wieder schwimmen lassen, im Grunde haben wir nur mehr oder weniger gut erholte Absteiger und einige untermaßige Fische zu Gesicht bekommen, außer den Hornhechten halt…

Aber selbst die Hornhechte bissen nur sehr verhalten, diese befanden sich voll in der Paarung, wie wir stellenweise beobachten konnten, und waren eher mit ihrer Libido beschäftigt als mit dem Fressen. Sie nahmen den Köder kaum einmal.

Das Wasser hatte während unseres Aufenthaltes auf der Insel zwischen 5-7 Grad, aber dies war auf Bornholm auch genau so zu erwarten.

 

Wie oben bereits einmal angesprochen, haben wir lange und viele Wege zum Fisch gemacht und dabei so einige Küstenabschnitte gesehen, wie diese kaum irgendwo sonst malerischer anzutreffen wären. Von der schroffen Felsenküste bis zum karibisch anmutenden Sandstrand war wirklich alles dabei:

 

Als Fazit kann man sagen: Bornholm ist eine wirklich wunderschöne Insel die für einen Meerforellenangler allemal eine Reise wert ist, aber auch dort springen die Fische nicht von allein in den Kescher. Wie immer ist die Platzwahl sehr wichtig, aber manchmal lässt die Witterung dabei nur sehr wenig Spielraum. es kann davon ausgegangen werden das einen Monat früher dort ein sehr viel besseres Fischen möglich gewesen wäre…aber hätte, wäre, wenn…

Wir hatten sehr viel Spaß dort und die Kulisse hat für manchen Fisch (den man leider nicht gesehen hat) einmal mehr – oder  doppelt her halten müssen.

TL, Euer Troutwerk-Team